LAST(1) Dienstprogramme für Benutzer LAST(1)

last, lastb - eine Liste der zuletzt angemeldeten Benutzer anzeigen

ÜBERSICHT

last [Optionen] [Benutzername|Terminal] …

lastb [Optionen] [Benutzername|Terminal] …

last durchsucht die Datei /var/log/wtmp (oder die durch die Option -f angegebene Datei) rückwärts und zeigt eine Liste aller Benutzer an, die sich seit der Erstellung der Datei angemeldet (und abgemeldet) haben. Einer oder mehrere Benutzernamen und/oder TTYs können angegeben werden, in welchem Fall last nur die Einträge anzeigt, die auf diese Argumente passen. Die Namen der TTYs können abgekürzt werden, daher ist last 0 gleichbedeutend mit last tty0.

Wenn ein SIGINT- oder ein SIGQUIT-Signal empfangen wird, zeigt last an, wie weit die Suche durch die Datei bereits fortgeschritten ist; im Falle des SIGINT-Signals (erzeugt mit der Interrupt-Taste; üblicherweise Strg-C) wird last dann beendet.

Der Pseudo-Benutzer reboot meldet sich jedesmal an, wenn das System neu gestartet wird. Daher zeigt last reboot ein Protokoll aller Neustarts seit der Erstellung der Protokolldatei an.

lastb ist gleichbedeutend mit last, außer dass es in der Voreinstellung ein Protokoll aus der Datei /var/log/btmp anzeigt, welches die fehlgeschlagenen Anmeldeversuche enthält.

-a, --hostlast

zeigt den Rechnernamen in der letzten Spalte an. Dies ist in Kombination mit der Option -d nützlich.

-d, --dns

übersetzt die IP-Nummer zurück in einen Rechnernamen. Bei nichtlokalen Anmeldungen speichert Linux nicht nur den Namen des fernen Rechners, sondern auch dessen IP-Nummer.

-f, --file Datei

weist last an, eine bestimmte Datei anstelle von /var/log/wtmp zu verwenden. Die Option -f kann mehrfach angegeben werden, wodurch alle angegebenen Dateien verarbeitet werden.

-F, --fulltimes

gibt die vollständigen Zeiten und Daten der An- und Abmeldungen aus.

-i, --ip

wie -d, zeigt aber die IP-Adresse des Rechners anstelle des Namens an.

-n, --limit Zahl

gibt die maximal anzuzeigende Anzahl der Anmeldungen an.

-Zahl

ist gleichbedeutend mit -n Zahl.

-p, --present Zeit

zeigt die Benutzer an, die zur angegebenen Zeit angemeldet waren. Wie Sie die _Zeit_angeben können, lesen Sie nachfolgenden Abschnitt ZEITFORMATE.

-R, --nohostname

unterdrückt die Ausgabe des Rechnernamenfeldes.

-s, --since Zeit

zeigt den Status der Anmeldungen seit dem angegebenen Zeitpunkt an. Die Option kann mit -t kombiniert werden, um einen Zeitraum abzudecken.

-t, --until Zeit

zeigt den Status der Anmeldungen bis zu der angegebenen Zeit an.

-T, --tab-separated

verwendet in der Ausgabe ASCII-Tabulatorzeichen zur Trennung der Spalten anstelle von Leerzeichen.

--time-format Format

definiert das Erscheinungsbild des Zeitstempels, entweder notime, short, full oder iso. Die Variante notime gibt keinerlei Zeitstempel aus, short ist die Vorgabe, und full ist gleichbedeutend mit der Option --fulltimes. Die Variante iso zeigt den Zeitstempel im ISO-8601-Format an. Das ISO-Format zeigt Informationen zur Zeitzone an, wodurch es bevorzugt zum Einsatz kommt, wenn Ausgaben außerhalb des Systems untersucht werden.

-w, --fullnames

zeigt die vollständigen Benutzernamen und Domainnamen bzw. IP-Adressen. Domainnamen und IP-Adressen werden auf 16 Zeichen und Benutzernamen auf 8 Zeichen gekürzt, wenn dieser Schalter nicht angegeben ist. An das Ende der gekürzten Felder wird ein Asterisk gesetzt.

-x, --system

zeigt die Einträge zum Herunterfahren und zu den Runlevel-Änderungen des Systems an.

-h, --help

zeigt einen Hilfetext an und beendet das Programm.

-V, --version

zeigt Versionsinformationen an und beendet das Programm.

Das Argument Zeit kann in den folgenden Formen angegeben werden:

 JJJJMMTThhmmss
 JJJJ-MM-TT hh:mm:ss
 JJJJ-MM-TT hh:mm        (Sekunden werden auf 00 gesetzt)
 JJJJ-MM-TT              (Zeit wird auf 00:00:00 gesetzt)
 hh:mm:ss                (Datum wird auf heute gesetzt)
 hh:mm                   (Datum wird auf heute gesetzt, Sekunden auf 00)
 now
 today                   (Zeit wird auf 00:00:00 gesetzt)
 yesterday               (Zeit wird auf 00:00:00 gesetzt)
 tomorrow                (Zeit wird auf 00:00:00 gesetzt)
 -number[smht]           (Sekunden/Minuten/Stunden/Tage bis jetzt)

Beispiele für das -Zahl[smht]-Format sind: -5m, -6h, -2d. Die Angabe der Einheit kann länger sein: -5min, -6hours, -2days.

/var/log/wtmp, /var/log/btmp

Die Dateien wtmp und btmp könnten nicht gefunden werden. Das System protokolliert nur Informationen in diesen Dateien, wenn diese vorhanden sind. Dies ist ein Problem der lokalen Konfiguration. Wenn Sie diese Dateien verwenden wollen, können sie mit dem einfachen Befehl touch(1) angelegt werden (zum Beispiel touch /var/log/wtmp).

Ein leerer Eintrag ist als Wtmp-Eintrag ein gültiger Typ. Dies bedeutet, dass eine leere Datei oder eine Datei mit Nullen nicht als Fehler interpretiert wird.

Das utmp-Dateiformat verwendet feste Größen der Zeichenketten, was es unmöglich macht, sehr lange Zeichenketten in der Datei zu speichern und durch last anzeigen zu lassen. Die üblichen Begrenzungen liegen bei 32 Byte für einen Benutzer und Leitungsnamen und 256 Bytes für einen Rechnernamen.

Miquel van Smoorenburg <miquels@cistron.nl>

login(1), wtmp(5), init(8), shutdown(8)

Nutzen Sie zum Melden von Fehlern das Fehlererfassungssystem https://github.com/util-linux/util-linux/issues.

Der Befehl last ist Teil des Pakets util-linux, welches aus dem Linux-Kernel-Archiv https://www.kernel.org/pub/linux/utils/util-linux/ heruntergeladen werden kann.

2026-04-01 util-linux 2.42