SYSTEMD-SYSTEM.CONF(5) systemd-system.conf SYSTEMD-SYSTEM.CONF(5)

systemd-system.conf, system.conf.d, systemd-user.conf, user.conf.d - System- und Sitzungsserviceverwalter-Konfigurationsdateien

ÜBERSICHT

/etc/systemd/system.conf, /etc/systemd/system.conf.d/*.conf, /run/systemd/system.conf.d/*.conf, /usr/lib/systemd/system.conf.d/*.conf

~/.config/systemd/user.conf, /etc/systemd/user.conf, /etc/systemd/user.conf.d/*.conf, /run/systemd/user.conf.d/*.conf, /usr/lib/systemd/user.conf.d/*.conf

Wird systemd als Systeminstanz ausgeführt, interpretiert es die Konfigurationsdatei system.conf und die Dateien in system.conf.d-Verzeichnissen; wird es als Benutzerinstanz ausgeführt, interpretiert es die Konfigurationsdatei user.conf (entweder im Home-Verzeichnis des Benutzers oder, falls nicht gefunden, unter /etc/systemd/) und die Dateien in user.conf.d-Verzeichnissen. Diese Konfigurationsdateien enthalten ein paar Einstellungen, die grundlegende Verwaltungsaktionen steuern.

Siehe systemd.syntax(7) für eine allgemeine Beschreibung der Syntax.

Die Standardkonfiguration wird während der Kompilierung gesetzt. Daher wird eine Konfiguration nur benötigt, wenn von diesen Vorgaben abgewichen werden muss. Anfänglich enthält die Hauptkonfigurationsdatei in /etc/systemd/ die Vorgaben als auskommentierten Hinweis für den Administrator. Lokal können diese Einstellungen außer Kraft gesetzt werden, indem diese Datei bearbeitet wird oder durch die Erstellung von Ergänzungen, wie nachfolgend beschrieben. Es wird empfohlen, Ergänzungen für lokale Konfiguration zu verwenden, statt die Hauptkonfigurationsdatei zu verändern.

Zusätzlich zu der »Haupt«-Konfigurationsdatei, werden Ergänzungs-Konfigurationsschnipsel aus /usr/lib/systemd/*.conf.d/, /usr/local/lib/systemd/*.conf.d/ und /etc/systemd/*.conf.d/ gelesen. Diese Ergänzungen haben Vorrang vor der Hauptkonfigurationsdatei und setzen diese außer Kraft. Dateien in den Konfigurationsunterverzeichnissen *.conf.d/ werden in lexikographischer Reihenfolge nach ihrem Dateinamen sortiert, unabhängig davon, in welchem Unterverzeichnis sie sich befinden. Bei Optionen, die nur einen einzelnen Wert akzeptieren, hat der Eintrag in der Datei, die als letztes in der Sortierung folgt, Vorrang, falls mehrere Dateien die gleiche Option angeben. Bei Optionen, die eine Liste von Werten akzeptieren, werden Einträge gesammelt, wie sie in den sortierten Dateien auftauchen.

Wenn Pakete die Konfiguration anpassen müssen, können sie Ergänzungen unter /usr/ installieren. Dateien in /etc/ sind für den lokalen Administrator reserviert, der diese Logik verwenden kann, um die durch die Lieferantenpakete bereitgestellten Konfigurationsdateien außer Kraft zu setzen. Um Ergänzungen der Pakete außer Kraft zu setzen, müssen Ergänzungen verwandt werden, da die Hauptkonfigurationsdatei die niedrigste Priorität hat. Es wird empfohlen, allen Dateinamen in diesen Unterverzeichnissen eine zweistellige Zahl und einen Bindestrich voranzustellen, um die Sortierung der Dateien zu vereinfachen.

Um eine vom Lieferanten bereitgestellte Konfigurationsdatei zu deaktivieren, wird empfohlen, einen Symlink nach /dev/null in dem Konfigurationsverzeichnis in /etc/ mit dem gleichen Dateinamen wie die Konfigurationsdatei des Lieferanten abzulegen.

Alle Optionen werden im Abschnitt »[Manager]« konfiguriert:

LogColor=, LogLevel=, LogLocation=, LogTarget=, LogTime=, DumpCore=yes, CrashChangeVT=no, CrashShell=no, CrashReboot=no, ShowStatus=yes, DefaultStandardOutput=journal, DefaultStandardError=inherit

Konfigurieren verschiedene Parameter grundlegender Verwaltungsaktionen. Diese Optionen können durch die Befehlszeilenargumente des betreffenden Prozesses und des Kernels außer Kraft gesetzt werden. Siehe systemd(1) für Details.

CtrlAltDelBurstAction=

Definiert, welche Aktionen ausgeführt werden, falls der Benutzer Strg-Alt-Entf mehr als sieben Mal in 2 s drückt. Kann auf »reboot-force«, »poweroff-force«, »reboot-immediate«, »poweroff-immediate« gesetzt oder mittels »none« deaktiviert werden. Standardmäßig »reboot-force«.

CPUAffinity=

Konfiguriert die CPU-Affinität für den Diensteverwalter sowie die Vorgabe-CPU-Affinität für alle mit Fork erstellten Prozesse. Erhält eine Liste von CPU-Indizes oder Bereichen, die entweder durch Leerraum oder Kommata getrennt sind. CPU-Bereiche werden durch den unteren und oberen CPU-Index, getrennt durch einen Bindestrich, festgelegt. Diese Option kann mehr als einmal angegeben werden, in diesem Fall werden die CPU-Affinitätsmasken zusammengeführt. Falls die leere Zeichenkette zugewiesen wird, wird die Maske zurückgesetzt, alle vorherigen Zuweisungen haben keine Wirkung. Individuelle Dienste können die CPU-Affinität für ihre Prozesse mit der Einstellung CPUAffinity= in Unit-Dateien außer Kraft setzen, siehe systemd.exec(5).

NUMAPolicy=

Konfiguriert die NUMA-Speicherrichtlinie für den Diensteverwalter und die Vorgabe-NUMA-Speicherrichtlinie für alle mit Fork gestarteten Prozesse. Individuelle Dienste können die Vorgaberichtlinie mit der Einstellung NUMAPolicy= in Unit-Dateien außer Kraft setzen, siehe systemd.exec(5).

NUMAMask=

Konfiguriert die NUMA-Knotenmaske, die der ausgewählten NUMA-Richtlinie zugeordnet wird. Beachten Sie, dass die NUMA-Richtlinien default und local keine expliziten NUMA-Knotenmasken benötigen und der Wert dieser Option leer sein kann. Ähnlich zu NUMAPolicy= kann dieser Wert durch individuelle Dienste in Unit-Dateien außer Kraft gesetzt werden, siehe systemd.exec(5).

RuntimeWatchdogSec=, RebootWatchdogSec=, KExecWatchdogSec=

Konfiguriert den Hardware-Watchdog zur Laufzeit und beim Systemstart. Akzeptiert einen Wert in Sekunden (oder in anderen Zeiteinheiten, falls »ms«, »min«, »h«, »d«, »w« angehängt wird) für die Zeitüberschreitung. Falls RuntimeWatchdogSec= auf einen von Null verschiedenen Wert gesetzt wird, wird die Watchdog-Hardware (/dev/watchdog oder der mit WatchdogDevice= oder der Kerneloption systemd.watchdog-device= konfigurierte Pfad) programmiert, um das System automatisch neu zu starten, falls es nicht innerhalb des festgelegten Zeitüberschreitungsintervalls kontaktiert wurde. Der Systemverwalter wird sicherstellen, es mindestens einmal in der Hälfte des festgelegten Zeitüberschreitungsintervalls zu kontaktieren. Diese Funktionalität benötigt die Existenz eines Hardware-Watchdog-Geräts, wie dies typisch in eingebetteten und Serversystemen der Fall ist. Nicht alle Hardware-Watchdogs erlauben die Konfiguration aller möglichen Neustartzeitüberschreitungswerte, falls notwendig, wird die am nächsten liegende Zeitüberschreitung ausgewählt. RebootWatchdogSec= kann zur Konfiguration des Hardware-Watchdogs, wenn das System aufgefordert wird, neuzustarten, verwandt werden. Es funktioniert als Sicherheitsnetz, um sicherzustellen, dass der Neustart stattfindet, selbst falls ein sauberer Neustartversuch in eine Zeitüberschreitung läuft. Beachten Sie, dass die Zeitüberschreitung RebootWatchdogSec= nur für die zweite Phase des Neustarts gilt, d.h. nachdem alle normalen Dienste bereits beendet wurden und nachdem der System- und Diensteverwalterprozess (PID 1) durch das Programm systemd-shutdown ersetzt wurde, siehe bootup(7) des Systems für Details. Während der ersten Phase der Herunterfahraktion läuft der System- und Diensteverwalter weiter und daher wird RuntimeWatchdogSec= noch berücksichtigt. Um eine Zeitüberschreitung für diese erste Phase des Systemherunterfahrens zu definieren, konfigurieren Sie JobTimeoutSec= und JobTimeoutAction= im Abschnitt »[Unit]« der Unit shutdown.target. Standardmäßig ist RuntimeWatchdogSec= 0 (aus) und RebootWatchdogSec= 10 Minuten. Zusätzlich kann KExecWatchdogSec= verwandt werden, um Watchdogs zu aktiveren, wenn Kexec statt eines Neustarts verwandt wird. Beachten Sie, dass der Kernel den Watchdog bei Kexec (abhängig von der speziellen Hardware und/oder Treiber) nicht zurücksetzt. In diesem Fall könnte der Watchdog nicht deaktiviert werden, wodurch das System neugestartet werden könnte, außer RuntimeWatchdogSec= ist auch zur gleichen Zeit aktiviert. Aus diesem Grund wird empfohlen, KExecWatchdogSec= nur zu aktivieren, wenn auch RuntimeWatchdogSec= aktiviert ist. Diese Einstellungen haben keinen Effekt, falls kein Hardware-Watchdog verfügbar ist.

WatchdogDevice=

Konfiguriert das Hardware-Watchdog-Gerät, das die Laufzeit- und Herunterfahr-Watchdog-Timer öffnen und benutzen wird. Standardmäßig /dev/watchdog. Diese Einstellung hat keinen Effekt, falls kein Hardware-Watchdog verfügbar ist.

CapabilityBoundingSet=

Steuert, welche Capabilities in der Capability-Begrenzungsmenge für PID 1 und seine Kindprozesse aufgenommen werden sollen. Siehe capabilities(7) für Details. Akzeptiert eine durch Leerraumzeichen getrennte Liste von Capability-Namen, wie sie von cap_from_name(3) eingelesen werden. Die aufgeführten Capabilities werden in die Begrenzungsmenge aufgenommen, alle anderen werden entfernt. Falls der Liste der Capabilities ein ~ vorangestellt wird, werden alle außer den aufgeführten Capabilities aufgenommen, der Effekt der Zuweisung ist invertiert. Beachten Sie, dass diese Option auch die respektiven Capabilities in der effektiven, erlaubten und vererbbaren Capability-Menge betrifft. Die Capability-Begrenzungsmenge kann auch für Units auch individuell mittels der Anweisung CapabilityBoundingSet= für diese Unit konfiguriert werden. Beachten Sie aber, dass Capabilities, die für PID 1 ausgeschlossen wurden, nicht für individuelle Units wiedererlangt werden können, sie sind auf Dauer verloren.

NoNewPrivileges=

Akzeptiert ein logisches Argument. Falls wahr, stellt sie sicher, dass PID 1 und alle seine Kinder niemals Privilegien durch execve(2) erhalten können (d.h. mittels der Bits setuid oder setgid oder Dateisystem-Capabilities). Standardmäßig falsch. Allzweckdistributionen benötigen typischerweise Programme mit gesetzten Setuid- oder Setgid-Bits und werden daher nicht korrekt funktionieren, wenn diese Option aktiviert ist. Individuelle Units können diese Option nicht deaktivieren. Siehe auch Schalter »Keine neuen Privilegien«[1].

SystemCallArchitectures=

Akzeptiert eine durch Leerzeichen getrennte Liste von Architekturkennzeichnern. Wählt aus, von welchen Architekturen auf diesem System Systemaufrufe aufgerufen werden dürfen. Dies kann als effektive systemweite Art zur Deaktivierung von Aufrufen von nicht-nativen Programmen verwandt werden, um beispielsweise die Ausführung von 32-Bit-x86-Programmen auf 64-Bit-x86-64-Systemen zu verbieten. Diese Option agiert systemweit und arbeitet ähnlich der Einstellung SystemCallArchitectures= von Unit-Dateien, siehe systemd.exec(5) für Details. Diese Einstellung ist standardmäßig die leere Liste, d.h. dass in diesem Fall keine Filterung der Systemaufrufe basierend auf der Architektur angewandt wird. Bekannte Architekturkennzeichner sind »x86«, »x86-64«, »x32«, »arm« und der besondere Kennzeichner »native«. Letzterer wird implizit auf die native Architektur des Systems abgebildet (oder genauer, der Architektur, für die der Systemverwalter kompiliert wurde). Setzen Sie diese Einstellung auf »native«, um die Ausführung nicht nativer Programme zu verbieten. Wenn ein Programm einen Systemaufruf einer Architektur ausführt, die nicht in dieser Einstellung aufgeführt ist, wird sie sofort mit dem Signal SIGSYS beendet.

TimerSlackNSec=

Setzt den Timer-Spielraum in Nanosekunden für PID 1, der von allen ausgeführten Prozessen geerbt wird, außer er wird individuell außer Kraft gesetzt, beispielsweise mit der Einstellung TimerSlackNSec= in Dienste-Units (für Details siehe systemd.exec(5)). Der Timer-Spielraum steuert die Genauigkeit der durch Systemd-Timer ausgelösten Aufwachaktionen. Siehe prctl(2) für weitere Informationen. Beachten Sie, dass im Gegensatz zu den meisten anderen Zeitdauerdefinitionen dieser Parameter einen Ganzzahlwert in Nanosekunden akzeptiert, falls keine Einheit angegeben ist. Es werden auch die normalen Zeiteinheiten verstanden.

StatusUnitFormat=

Akzeptiert name, description oder combined als Wert. Falls name, wird der Systemverwalter Unit-Namen (z.B. »systemd-journald.service«) statt der längeren und aussagefähigeren, mit Description= gesetzten Beschreibungen (z.B. »Journal Logging Service«) in Statusmeldungen verwenden. Falls combined, wird der Systemverwalter sowohl Unit-Namen als auch Beschreibungen in Stausmeldungen verwenden (z.B. »systemd-journald.service - Journal Logging Service«).

Siehe systemd.syntax(5) für Details über Unit-Namen und Description=.

DefaultTimerAccuracySec=

Setzt die Standardgenauigkeit der Timer-Units. Dies steuert die globale Voreinstellung für die Einstellung AccuracySec= von Timer-Units, siehe systemd.timer(5) für Details.AccuracySec=-Einstellungen in individuellen Units setzen die globale Vorgabe für die bestimmte Unit außer Kraft. Standardmäßig 1 Minute. Beachten Sie, dass die Genauigkeit der Timer-Units auch von dem Timer-Spielraum beeinflusst wird, siehe TimerSlackNSec= oben.

DefaultTimeoutStartSec=, DefaultTimeoutStopSec=, DefaultTimeoutAbortSec=, DefaultRestartSec=

Konfiguriert die Standardzeitüberschreitung zum Starten, Beenden und Abbrechen von Units sowie die Standardzeit, die zwischen automatischen Neustarts von Units geschlafen wird, wie dies pro Unit in TimeoutStartSec=, TimeoutStopSec=, TimeoutAbortSec= und RestartSec= konfiguriert ist (für Dienste, siehe systemd.service(5) für Details über die Einstellungen pro Unit). Standardmäßig deaktiviert, wenn Dienst mit Type=oneshot verwandt wird. Für Units, die keine Dienste sind, setzt DefaultTimeoutStartSec= den Standardwert von TimeoutSec=. DefaultTimeoutStartSec= und DefaultTimeoutStopSec= sind standardmäßig 90 s. DefaultTimeoutAbortSec= ist standardmäßig nicht gesetzt, so dass alle Units auf TimeoutStopSec= zurückfallen. DefaultRestartSec= ist standardmäßig 100 ms.

DefaultStartLimitIntervalSec=, DefaultStartLimitBurst=

Konfiguriert die Standard-Startratenbegrenzung von Units, wie dies pro Dienst in StartLimitIntervalSec= und StartLimitBurst= konfiguriert ist. Siehe systemd.service(5) für Details über die Einstellungen pro Dienst. DefaultStartLimitIntervalSec= ist standardmäßig 10 s. DefaultStartLimitBurst= ist standardmäßig 5.

DefaultEnvironment=

Konfiguriert Umgebungsvariablen, die an alle ausgeführten Prozesse weitergegeben werden. Erhält eine Liste von durch Leerzeichen getrennten Variablenzuweisungen. Siehe environ(7) für Details über Umgebungsvariablen.

Einfache »%«-Kennzeichner-Expansion wird unterstützt, siehe unten für eine Liste der unterstützten Kennzeichner.

Beispiel:

DefaultEnvironment="VAR1=Wort1 Wort2" VAR2=Wort3 "VAR3=Wort 5 6"

Setzt drei Variablen "VAR1", "VAR2", "VAR3".

ManagerEnvironment=

Akzeptiert die gleichen Argumente wie DefaultEnvironment=, siehe oben. Setzt Umgebungsvariablen nur für den Verwalterprozess selbst. Im Gegensatz zu Benutzerverwaltern werden diese Variablen nicht von Prozessen ererbt, die vom Systemverwalter erzeugt werden, verwenden Sie dafür DefaultEnvironment=. Beachten Sie, dass diese Variablen mit dem bestehenden Umgebungsblock zusammengeführt werden. Insbesondere im Falle des Systemverwalters schließt dies Variablen ein, die vom Kernel — basierend auf der Kernelbefehlszeile — gesetzt werden.

Das Setzen von Umgebungsvariablen für den Verwalterprozess kann zu Veränderung dessen Verhaltens nützlich sein. Siehe UMGEBUNGSVARIABLEN[2] für eine Beschreibung über einige der von systemd verstandenen Variablen.

Einfache »%«-Kennzeichner-Expansion wird unterstützt, siehe unten für eine Liste der unterstützten Kennzeichner.

DefaultCPUAccounting=, DefaultBlockIOAccounting=, DefaultMemoryAccounting=, DefaultTasksAccounting=, DefaultIOAccounting=, DefaultIPAccounting=

Konfiguriert die Standard-Buchführungs-Einstellungen, wie sie für jede Unit durch CPUAccounting=, BlockIOAccounting=, MemoryAccounting=, TasksAccounting=, IOAccounting= und IPAccounting= konfiguriert werden. Siehe systemd.resource-control(5) für Details über die Einstellungen pro Unit. DefaultTasksAccounting= ist standardmäßig »yes«, DefaultMemoryAccounting= ist »yes«. DefaultCPUAccounting= ist standardmäßig »yes«, falls die Aktivierung der CPU-Buchführung nicht die Aktivierung der CPU-Controller benötigt (Linux 4.15+ verwendet die vereinigte Hierarchie für die Ressourcensteuerung), andernfalls ist die Vorgabe »no«. Die anderen drei Einstellungen sind standardmäßig »no.

DefaultTasksMax=

Konfiguriert die Vorgabewerte der TasksMax=-Einstellungen für jede Unit. Siehe systemd.resource-control(5) für Details. Diese Einstellung wird auf alle Unit-Typen, die Ressourcensteuerungseinstellungen unterstützen, mit der Ausnahme von Scheiben-Units, angewandt. Standardmäßig 15% der minimalen kernel.pid_max=, kernel.threads-max= und der Wurzel-Cgroup pids.max. Der Kernel hat einen Vorgabewert für kernel.pid_max= und einen Zählalgorithmus, falls er mehr als 32 Kerne antrifft. Mit der standardmäßigen kernel.pid_max= ist die Vorgabe für DefaultTasksMax= 4915, aber sie kann auf anderen Systemen größer und in Betriebssystem-Containern kleiner sein.

DefaultLimitCPU=, DefaultLimitFSIZE=, DefaultLimitDATA=, DefaultLimitSTACK=, DefaultLimitCORE=, DefaultLimitRSS=, DefaultLimitNOFILE=, DefaultLimitAS=, DefaultLimitNPROC=, DefaultLimitMEMLOCK=, DefaultLimitLOCKS=, DefaultLimitSIGPENDING=, DefaultLimitMSGQUEUE=, DefaultLimitNICE=, DefaultLimitRTPRIO=, DefaultLimitRTTIME=

Diese Einstellungen steuern verschiedene Vorgaberessourcenbeschränkungen für von Units ausgeführte Prozesse. Siehe setrlimit(2) für Details. Diese Einstellungen können in individuellen Units mittels der entsprechenden LimitXXX=-Direktiven außer Kraft gesetzt werden und sie akzeptieren die gleiche Parametersyntax, siehe systemd.exec(5) für Details. Beachten Sie, dass diese Ressourcenbeschränkungen nur die Vorgaben für die Units sind, sie werden nicht auf den Diensteverwalterprozess (d.h. PID 1) selbst angewandt.

Die meisten dieser Einstellungen sind nicht gesetzt, was bedeutet, dass Ressourcenbegrenzungen von dem Kernel oder, falls innerhalb eines Containers, vom Container-Verwalter ererbt werden. Die Folgenden haben allerdings Standardwerte:

DefaultLimitNOFILE= ist standardmäßig »1024:524288«.
DefaultLimitCORE= hat keine Vorgabe, aber es lohnt sich zu erwähnen, dass RLIMIT_CORE durch PID1 auf »infinity« gesetzt wird, was von seinen Kindprogrammen ererbt wird.
•Beachten Sie, dass der Diensteverwalter intern RLIMIT_MEMLOCK für sich selbst erhöht, die Beschränkung wird allerdings für per Fork erzeugten Kindprozesse auf den ursprünglichen Wert zurückgesetzt.

DefaultOOMPolicy=

Konfiguriert die Standardrichtlinie für die Reaktion auf Prozesse, die durch den Speicherknappheits- (OOOM-)Killer von Linux getötet werden. Dies kann zur Auswahl einer globalen Vorgabe für die Unit-bezogene Einstellung OOMPolicy= verwandt werden. Siehe systemd.service(5) für Details. Beachten Sie, dass diese Vorgabe für Dienste, die Delegate= eingeschaltet haben, nicht verwandt wird.

Kennzeichner können in den Einstellungen DefaultEnvironment= und ManagerEnvironment= verwandt werden. Die folgenden Expansionen werden verstanden:

Tabelle 1. Verfügbare Kennzeichner

Kennzeichner Bedeutung Details
"%a" Architektur Eine kurze Zeichenkette, die die Architektur des lokalen Systems identifiziert. Eine Zeichenkette wie x86, x86-64 oder arm64. Siehe die für ConditionArchitecture= in systemd.unit(5) definierten Architekturen für die vollständige Liste.
"%A" Betriebssystemabbildversion Die Betriebssystemabbildversionskennzeichnung des laufenden Systems, wie aus dem Feld IMAGE_VERSION= in /etc/os-release ausgelesen. Falls nicht gesetzt, wird es die leere Zeichenkette. Siehe os-release(5) für weitere Informationen.
"%b" Boot-Kennung Die Boot-Kennung des laufenden Systems, formatiert als Zeichenkette. Siehe random(4) für weitere Informationen.
"%B" Betriebssystembaukennung Die Betriebssystembaukennung des laufenden Systems, wie aus dem Feld BUILD_ID= in /etc/os-release ausgelesen. Falls nicht gesetzt, wird es zur leeren Zeichenkette aufgelöst. Siehe os-release(5) für weitere Informationen.
"%H" Rechnername Der Rechnername des laufenden Systems.
"%l" Kurzer Rechnername Die Rechnername des laufenden Systems, abgeschnitten am ersten Punkt, um alle Domain-Komponenten zu entfernen.
"%m" Maschinenkennung Die Maschinenkennung des laufenden Systems, formatiert als Zeichenkette. Siehe machine-id(5) für weitere Informationen.
"%M" Betriebssystemabbildkennung Die Betriebssystemabbildkennung des laufenden Systems, wie aus dem Feld IMAGE_ID= in /etc/os-release ausgelesen. Falls nicht gesetzt, wird es die leere Zeichenkette. Siehe os-release(5) für weitere Informationen.
"%o" Betriebssystemkennung Die Betriebssystemkennung des laufenden Systems, wie aus dem Feld ID= in /etc/os-release ausgelesen. Siehe os-release(5) für weitere Informationen.
"%v" Kernelveröffentlichung Identisch zur Ausgabe von uname -r.
"%w" Betriebssystemversionskennung Die Betriebssystemversionskennzeichnung des laufenden Systems, wie aus dem Feld VERSION_ID= in /etc/os-release ausgelesen. Falls nicht gesetzt, wird es die leere Zeichenkette. Siehe os-release(5) für weitere Informationen.
"%W" Betriebssystemvariantenkennung Die Betriebssystemvariantenkennung des laufenden Systems, wie aus dem Feld VARIANT_ID= in /etc/os-release ausgelesen. Falls nicht gesetzt, wird es die leere Zeichenkette. Siehe os-release(5) für weitere Informationen.
"%T" Verzeichnis für temporäre Dateien Dies ist entweder /tmp oder der Pfad, auf den »$TMPDIR«, »$TEMP« oder »$TMP« gesetzt ist. (Beachten Sie, dass das Verzeichnis ohne abschließenden Schrägstrich angegeben werden kann.)
"%V" Verzeichnis für größere und dauerhafte temporäre Dateien Dies ist entweder /var/tmp oder der Pfad, auf den »$TMPDIR«, »$TEMP« oder »$TMP« gesetzt ist. (Beachten Sie, dass das Verzeichnis ohne abschließenden Schrägstrich angegeben werden kann.)
"%%" Einzelnes Prozentzeichen Verwenden Sie »%%« anstelle von »%«, um ein einzelnes Prozentzeichen anzugeben.

systemd(1), systemd.directives(7), systemd.exec(5), systemd.service(5), environ(7), capabilities(7)

1.
Schalter »Keine neuen Privilegien«
2.
UMGEBUNGSVARIABLEN

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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