NSS-MYHOSTNAME(8) nss-myhostname NSS-MYHOSTNAME(8)

nss-myhostname, libnss_myhostname.so.2 - Rechnernamenauflösung für die lokal konfigurierten Systemrechnernamen

libnss_myhostname.so.2

nss-myhostname ist ein Erweiterungsmodul für die GNU »Name Service Switch« (NSS)-Funktionalität der GNU-C-Bibliothek (glibc). Es stellt primär eine Rechnernamensauflösung für den lokal konfigurierten Systemrechnernamen bereit, wie er von gethostname(2) zurückgeliefert wird. Die genauen durch dieses Modul aufgelösten Rechnernamen sind:
•Der lokale, konfigurierte Rechnername wird auf alle lokal konfigurierten IP-Adressen, sortiert nach ihrem Geltungsbereich, oder, falls keine konfiguriert sind, die IPv4-Adresse 127.0.0.2 (die auf dem lokalen Loopback ist) und die IPv6-Adresse ::1 (die auf dem lokalen Rechner ist), aufgelöst.
•Die Rechnernamen »localhost« und »localhost.localdomain« (sowie alle auf ».localhost« oder ».localhost.localdomain« endenden Rechnernamen) werden auf die IP-Adressen 127.0.0.1 und ::1 aufgelöst.
•Der Rechnername »_gateway« wird auf alle aktuellen Standard-Routing-Gateway-Adressen, sortiert nach ihrer Metrik, aufgelöst. Dies weist dem aktuellen Gateway einen stabilen Rechnernamen zu, was zur Referenzierung unabhängig von dem aktuellen Netzwerkkonfigurationszustand nützlich ist.

Verschiedene Software verlässt sich darauf, dass der lokale Rechnername immer auflösbar ist. Bei der Verwendung von dynamischen Rechnernamen wird dies traditionell durch Anpassung von /etc/hosts beim Ändern des Rechnernamens erreicht. Das ist problematisch, da es ein beschreibbares /etc/-Dateisystem benötigt und fehleranfällig, da die Datei zeitgleich durch den Administrator bearbeitet werden könnte. Bei aktiviertem nss-myhostname ist die Änderung von /etc/hosts unnötig und auf vielen Systemen wird diese Datei komplett optional.

Um das NSS-Modul zu aktivieren, fügen Sie »myhostname« zu der mit »hosts:« beginnenden Zeile in /etc/nsswitch.conf hinzu.

Es wird empfohlen, »myhostname« entweder zwischen »auflösenden« und »traditionellen« Modulen wie »dns« oder dahinter einzufügen. In der ersten Version erhalten gut bekannte Namen wie »localhost« und der Rechnername der Maschine eine höhere Priorität als die externe Konfiguration. Dies wird empfohlen, wenn den externe DNS-Servern und Netzwerken nicht vollständig vertraut wird. In der zweiten Konfiguration erhält die externe Version eine höhere Priorität und nss-myhostname stellt nur einen Rückfallmechanismus bereit. Dies kann in überwachten Netzwerken, wie Firmen-LANs, geeignet sein.

Hier ist ein Beispiel für die Datei /etc/nsswitch.conf, die nss-myhostname korrekt aktiviert:
passwd:         compat systemd
group:          compat [SUCCESS=merge] systemd
shadow:         compat
# Entweder (unvertrauenswürdiges Netzwerk, siehe oben):
hosts:          mymachines resolve [!UNAVAIL=return] files myhostname dns
# Oder (nur vertrauenswürdige Netzwerke):
hosts:          mymachines resolve [!UNAVAIL=return] files dns myhostname
networks:       files
protocols:      db files
services:       db files
ethers:         db files
rpc:            db files
netgroup:       nis

Zum Testen verwenden Sie das Werkzeug getent der glibc:

$ getent ahosts `hostname`
::1       STREAM omega
::1       DGRAM
::1       RAW
127.0.0.2       STREAM
127.0.0.2       DGRAM
127.0.0.2       RAW

In diesem Fall ist der lokale Rechnername omega.

systemd(1), nss-systemd(8), nss-resolve(8), nss-mymachines(8), nsswitch.conf(5), getent(1)

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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