PAM_SYSTEMD_HOME(8) pam_systemd_home PAM_SYSTEMD_HOME(8)

pam_systemd_home - Automatisches Einhängen von Home-Verzeichnissen, die durch systemd-homed.service verwaltet sind, und Aushängen beim Abmelden

pam_systemd_home.so

pam_systemd_home stellt sicher, dass durch systemd-homed.service(8) verwaltete Home-Verzeichnisse bei der Benutzeranmeldung automatisch aktiviert (eingehängt) und bei der Beendigung der letzten Sitzung des Benutzers deaktiviert (ausgehängt) werden.

Die folgenden Optionen werden verstanden:

suspend=

Akzeptiert ein logisches Argument. Falls wahr, wird das Home-Verzeichnis des Benutzers bei der Systemsuspendierung automatisch suspendiert; falls falsch, wird es aktiv bleiben. Automatische Suspendierung des Home-Verzeichnisses erhöht die Sicherheit deutlich, da geheimes Schlüsselmaterial automatisch aus dem Speicher entfernt wird, bevor das System in den Schlafzustand versetzt wird und neues erlangt werden muss (mittels Benutzerauthentifizierung), wenn des System aus der Suspendierung zurückkehrt. Es wird empfohlen, diesen Parameter für alle PAM-Anwendungen zu setzen, die automatische Reauthentifizierung beim Systemaufwachen unterstützen. Falls mehrere Sitzungen des gleichen Benutzers parallel offen sind, wird des Home-Verzeichnis des Benutzers nicht suspendiert, solange mindestens eine dieser Sitzungen den Parameter nicht auf »on« setzt. Standardmäßig aus.

Beachten Sie, dass TTY-Anmeldungen im Allgemeinen beim Aufwachen keine erneute Authentifizierung unterstützen. Die erneute Authentifizierung beim Aufwachen des Systems ist ein Konzept, das primär von graphischen Umgebungen unterstützt wird, bei denen beim Schlafenlegen automatisch Sperrbildschirme hochgebracht werden. Dies bedeutet, dass das Home-Verzeichnis beim Suspendieren aufgrund der oben beschriebenen Logik nicht gesperrt wird, wenn der Benutzer parallel graphische Anmeldungen, die die benötigte erneute Authentifizierung unterstützen, und Konsole-Anmeldungen, bei denen dies nicht der Fall ist, verwendet. Trotzdem ist es möglich, dieses Feld auch für TTY-Anmeldungen zu verwenden und die Tatsache zu ignorieren, dass TTY-Anmeldungen den Mechanismus der erneuten Authentifizierung nicht unterstützen. In diesem Fall erscheint die TTY-Sitzung aufgehangen, bis der Benutzer sich in einem anderen virtuellen Terminal anmeldet (unabhängig davon, ob dies eine andere TTY-Sitzung oder graphisch erfolgt), wodurch das Home-Verzeichnis wieder aufgeweckt wird und die Blockade der ursprünglichen TTY-Sitzung aufgehoben wird. (Beachten Sie, dass das Fehlen von Bildschirmsperren bei TTY-Sitzungen bedeutet, dass Tastenanschläge weiterhin in die Warteschlange gestellt werden können, obwohl die TTY-Sitzung aufgehangen erscheint, und die bestehenden Bildschirminhalte ohne erneute Authentifizierung gelesen werden können; diese Einschränkung steht nicht in Bezug zu der Verwaltung des Home-Verzeichnisses durch pam_systemd_home und systemd-homed.service.)

Es wird für alle Sitzungen nachdrücklich empfohlen, diese Option einzuschalten, aber nur, falls der Dienst, der diese Sitzungen verwaltet, die vorab erwähnte erneute Authentifizierung korrekt implementiert. Beachten Sie, dass die erneute Authentifizierung durch eine Komponente stattfinden muss, die außerhalb des Kontextes des Benutzers läuft, so dass sie keinen Zugriff auf das Home-Verzeichnis für diese Aktion benötigt. Traditionell implementieren die meisten Desktop-Umgebungen Bildschirmschoner nicht auf diese Art und müssen entsprechend aktualisiert werden.

Diese Einstellung kann auch mittels der Umgebungsvariable $SYSTEMD_HOME_SUSPEND (siehe unten) gesteuert werden, die pam_systemd_home während der Initialisierung liest und für Sitzungen setzt. Falls sowohl die Umgebungsvariable gesetzt als auch der Modulparameter angegeben ist, hat der Modulparameter Vorrang.

debug[=]

Akzeptiert ein optionales logisches Argument. Falls »yes« oder ohne Argument, wird das Modul Fehlersuchinformationen beim Betrieb protokollieren.

Das Modul stellt alle vier Verwaltungsaktionen bereit: auth, account, session, password.

Die folgenden Umgebungsvariablen werden durch das Modul initialisiert und stehen den Prozessen der Sitzung des Benutzers zur Verfügung:

$SYSTEMD_HOME=1

Zeigt an, dass das Home-Verzeichnis des Benutzers durch systemd-homed.service verwaltet wird.

$SYSTEMD_HOME_SUSPEND=

Zeigt an, ob die Sitzung mit dem Suspendierungs-Mechanismus aktiviert oder deaktiviert registriert wurde (siehe oben). Der Wert der Variablen ist entweder »0« oder »1«. Beachten Sie, dass das Modul sowohl bei der Initialisierung den Wert liest und ihn dann auch für Sitzungen setzt.

Es folgt ein Beispiel-PAM-Konfigurationsfragment, das die Verwendung von durch systemd-homed.service verwalteten Benutzern bei der Anmeldung erlaubt:
#%PAM-1.0
auth      sufficient pam_unix.so
-auth     sufficient pam_systemd_home.so
auth      required   pam_deny.so
account   required   pam_nologin.so
-account  sufficient pam_systemd_home.so
account   sufficient pam_unix.so
account   required   pam_permit.so
-password sufficient pam_systemd_home.so
password  sufficient pam_unix.so sha512 shadow try_first_pass use_authtok
password  required   pam_deny.so
-session  optional   pam_keyinit.so revoke
-session  optional   pam_loginuid.so
-session  optional   pam_systemd_home.so
-session  optional   pam_systemd.so
session   required   pam_unix.so

systemd(1), systemd-homed.service(8), homed.conf(5), homectl(1), pam_systemd(8), pam.conf(5), pam.d(5), pam(8)

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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