CPIO(1) GNU CPIO CPIO(1)

cpio - Dateien aus Archiven und in Archive kopieren

ÜBERSICHT

cpio {-o|--create} [-0acvABLV] [-C BYTES] [-H FORMAT] [-M MELDUNG] [-O [[BENUTZER@]RECHNER:]ARCHIV] [-F [[BENUTZER@]RECHNER:]ARCHIV] [--file=[[BENUTZER@]RECHNER:]ARCHIV] [--format=FORMAT] [--message=MELDUNG] [--null] [--reset-access-time] [--verbose] [--dot] [--append] [--block-size=BLÖCKE] [--dereference] [--io-size=BYTES] [--quiet] [--force-local] [--rsh-command=BEFEHL] < name-list [> Archiv]

cpio {-i|--extract} [-bcdfmnrtsuvBSV] [-C BYTE] [-E DATEI] [-H FORMAT] [-M MELDUNG] [-R [BENUTZER][:.][GRUPPE]] [-I [[BENUTZER@]HOST:]ARCHIV] [-F [[BENUTZER@]HOST:]ARCHIV] [--file=[[BENUTZER@]HOST:]ARCHIV] [--make-directories] [--nonmatching] [--preserve-modification-time] [--numeric-uid-gid] [--rename] [--list] [--swap-bytes] [--swap] [--dot] [--unconditional] [--verbose] [--block-size=BLÖCKE] [--swap-halfwords] [--io-size=BYTE] [--pattern-file=DATEI] [--format=FORMAT] [--owner=[BENUTZER][:.][GRUPPE]] [--no-preserve-owner] [--message=MELDUNG] [--force-local] [--no-absolute-filenames] [--sparse] [--only-verify-crc] [--to-stdout] [--quiet] [--rsh-command=BEFEHL] [pattern…] [< Archiv]

cpio {-p|--pass-through} [-0adlmuvLV] [-R [BENUTZER][:.][GRUPPE]] [--null] [--reset-access-time] [--make-directories] [--link] [--quiet] [--preserve-modification-time] [--unconditional] [--verbose] [--dot] [--dereference] [--owner=[BENUTZER][:.][GRUPPE]] [--no-preserve-owner] [--sparse] Zielverzeichnis < Namensliste

cpio {-?|--help|--usage|--version}

Diese Handbuchseite ist eine Kurzbeschreibung von cpio. Für eine detaillierte Beschreibung mit Beispielen und Empfehlungen zur Verwendung ziehen Sie das GNU Cpio-Handbuch zu Rate, das im Texinfo-Format verfügbar ist. Wenn das Textanzeigeprogramm info(1) und die Cpio-Dokumentation auf Ihrem Rechner ordnungsgemäß installiert sind, können Sie mit dem Befehl

info cpio

auf das vollständige Handbuch zugreifen.

Sie können das Handbuch auch im Info-Modus in emacs(1) betrachten. Weiterhin finden Sie verschiedene Formate online auf

Falls die Inhalte dieser Handbuchseite und des GNU Cpio-Handbuchs voneinander abweichen sollten, sollte Letzteres als maßgebend betrachtet werden.

GNU cpio kopiert Dateien zwischen Archiven und Verzeichnissen. Es unterstützt die folgenden Archivformate: Altes binäres Cpio, altes portables Cpio, SVR4 Cpio mit und ohne Prüfsumme, HP Cpio und verschiedene Tar-Formate.

Der Aktionsmodus wird durch eine der folgenden Optionen ausgewählt:

herauskopieren. Liest eine Dateinamenliste aus der Standardeingabe und erstellt auf der Standardausgabe (falls nicht durch die Option --file außer Kraft gesetzt) ein Archiv, das die Dateien enthält.
Hereinkopieren. Liest das Archiv von der Standardeingabe (oder von der mit der Option --file übergebenen Datei) und extrahiert Dateien daraus oder (falls die Option -t angegeben ist) listet dessen Inhalte auf die Standardausgabe auf. Falls eine oder mehrere Muster angegeben sind, werden die Dateien, die auf diese Muster passen, gelesen oder aufgelistet. Die Option -t impliziert -i.
durchreichen. Liest eine Liste von Dateinamen aus der Standardeingabe und kopiert sie in das angegebene Verzeichnis.
-?, --help
gibt eine kurze Hilfetextzusammenfassung an und beendet das Programm.
zeigt eine kurze Aufrufsyntax an und beendet das Programm.
gibt die Version an und beendet das Programm.

setzt die E/A-Blockgröße auf BLOCKGRÖSSE * 512 Byte.
setzt die E/A-Blockgröße auf 5120 Byte.
verwendet das alte portable (ASCII-)Archivformat. Dies ist zu -H odc identisch.
setzt die E/A-Blockgröße auf die angegebene ANZAHL von Byte.
wechselt zum Verzeichnis VERZ.
Archivdatei ist lokal, auch wenn der Name Doppelpunkte enthält.
verwendet das angegebene Archiv-FORMAT. Gültige Formate sind (die Zahl in Klammern gibt die maximale Größe der einzelnen Archivmitglieder an):
Das veraltete Binärformat. (2147483647 Byte)
Das alte (POSIX.1) portable Format. (8589934591 Byte)
Das neue (SVR4) portable Format, das Dateisysteme unterstützt, die mehr als 65536 i-Nodes haben. (4294967295 Byte)
Das neue (SVR4) portable Format mit hinzugefügten Prüfsummen.
Das alte Tar-Format. (8589934591 Byte)
Das POSIX.1-Tar-Format. Erkennt auch GNU-Tar-Archive, die ähnlich, aber nicht identisch sind. (8589934591 Byte)
Das veraltete, von HPUX genutzte Cpio-Binärformat (das Gerätedateien anders speichert).
Das von HPUX genutzte portable Cpio-Format (das Gerätedateien anders speichert).
setzt im Ein- und Kopierweitergabemodus den Eigentümer aller erstellten Dateien auf den angegebenen BENUTZER und/oder die GRUPPE. Im Auskopiermodus werden die Eigentümerinformationen im Archiv gespeichert.

BENUTZER und GRUPPE werden zuerst in den System-Benutzer- und Gruppendatenbanken nachgeschlagen. Falls sie nicht gefunden werden, prüft cpio, ob sie nur aus dezimalen Ziffern bestehen, und behandelt sie in diesem Fall als numerische UID bzw. GID.

Um das Abfragen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Argumente als numerische Werte behandelt werden, stellen Sie ihnen ein Pluszeichen voran, z.B. -R +0:+0.

gibt die Anzahl der kopierten Blöcke am Ende des Durchlaufs nicht aus.
verwendet anstatt rsh den BEFEHL in der Ferne.
listet die verarbeiteten Dateien ausführlich auf.
gibt ein ».« für jede verarbeitete Datei aus.
steuert die Warnanzeige. SCHALTER ist entweder none, um alle Warnungen zu deaktivieren, all, um sie zu aktivieren, truncate, um Warnungen bezüglich des Abschneidens von Feldern zu aktivieren und no-truncate, um dies zu deaktivieren.

Mehrere -W-Optionen werden gesammelt.

Aktionsanpasser, die im Ein- und Auskopiermodus gültig sind:

verwendet statt der Standardeingabe (im Einkopiermodus) oder der Standardausgabe (im Auskopiermodus) diese ARCHIVDATEI. Optional geben Sie den BENUTZER- und RECHNER-Namen für Archive in der Ferne an.
gibt ZEICHENKETTE aus, wenn das Ende eines Datenträgers der Datensicherungsmedien erreicht ist.

vertauscht beide Halbwörter der Wörter und Bytes von Halbwörter in den Daten. Äquivalent zu -sS.
kopiert nur Dateien, die auf keines der angegebenen Muster passen.
zeigt numerische UID und GID in der ausführlichen Inhaltsverzeichnisauflistung.
benennt Dateien interaktiv um.
vertauscht die Bytes in jedem Halbwort in den Dateien.
vertauscht die Halbwörter jedes Wortes (4 Byte) in den Dateien.
entpackt Dateien in die Standardausgabe.
liest zusätzliche Muster, die zu extrahierende oder aufzulistende Dateinamen angeben, aus DATEI.
verifizert nur die Prüfsummen jeder Datei im Archiv beim Lesen eines Archivformats mit Prüfsummen, ohne Dateien tatächlich zu extrahieren.

hängt an ein bestehendes Archiv an.
erstellt reproduzierbare Archive. Dies ist zu --ignore-devno --renumber-inodes äquivalent.
speichert 0 statt der tatsächlichen Gerätenmummer in dem Gerätenummernfeld jedes Archivmitglieds.
verwendet ARCHIVNAME statt der Standardausgabe. Optional geben Sie den BENUTZER- und RECHNER-Namen für Archive in der Ferne an.

Der Ausgabearchivname kann mit dieser Option, mittels -F (--file) aber nicht mit beiden angegeben werden.

nummeriert Inodes beim Speichern im Archiv um.

verlinkt Dateien wenn möglich, statt sie zu kopieren.

Aktionsanpasser, die im Ein- und Auskopiermodus gültig sind:

entfernt die Dateisystempräfixkomponenten nicht von den Dateinamen. Dies ist die Voreinstellung.
erstellt alle Dateien relativ zum aktuellen Verzeichnis.

-0, --null
Dateinamen in der Liste werden durch Null-Zeichen statt Zeilenumbrüchen begrenzt.
setzt die Zugriffszeiten von Dateien nach dem Lesen zurück.
verwendet ARCHIVNAME statt der Standardeingabe. Optional geben Sie den BENUTZER- und RECHNER-Namen für Archive in der Ferne an.

Der Eingabearchivname kann mit dieser Option, mittels -F (--file) aber nicht mit beiden angegeben werden.

dereferenziert symbolische Links (kopiert die Dateien, auf die sie zeigen, statt die Links zu kopieren).

erstellt, wo benötigt, führende Verzeichnisse.
erhält vorherige Dateiveränderungszeiten beim Erstellen von Dateien bei.
ändert die Eigentümerschaft von den Dateien nicht.
schreibt Dateien mit großen Null-Blöcken als Sparse-Dateien.
ersetzt alle Dateien ohne Rückfrage.

GNU cpio beendet sich mit Code 0, falls es die Aktion erfolgreich abschließen konnte. Im Fehlerfall beendet es sich mit dem Code 2.

tar(1), rmt(8), mt(1).

Melden Sie Fehler (auf Englisch) an <bug-cpio@gnu.org>.

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Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mario Blättermann <mario.blaettermann@gmail.com> und Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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21. Juni 2018 CPIO