PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL(2const) PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL(2const) BEZEICHNUNG PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL - Steuert die Ubergabe von markierten Adressen im Anwendungsraum an den Kernel BIBLIOTHEK Standard-C-Bibliothek (libc, -lc) UBERSICHT #include /* Definition der PR_*-Konstanten */ #include int prctl(PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL, long Modus, 0L, 0L, 0L); BESCHREIBUNG Steuert die Unterstutzung fur die Ubergabe markierter Adressen im Anwendungsraum an den Kernel (d.h. Adressen, bei denen die Bits 56-63 nicht alle Null sind). Die Starke der Unterstutzung wird durch Unterstutzung ausgewahlt, die einer der folgenden Werte annehmen kann: 0L Bei Adressen, die zum Zwecke der Derefenzierung durch den Kernel ubergeben werden, muss die Markierung entfernt werden. PR_TAGGED_ADDR_ENABLE Adressen, die zum Zwecke der Derefenzierung durch den Kernel ubergeben werden, durfen, bis auf die nachfolgend zusammengefassten Ausnahmen, markiert werden. Im Erfolgsfall wird der in Modus angegebene Modus fur den aufrufenden Thread gesetzt. Falls prctl(PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL, 0L, 0L, 0L, 0L) mit EINVAL fehlschlagt, dann muss von allen an den Kernel ubergebenen Adressen die Markierung entfernt werden. Unabhangig vom gesetzten Modus muss bei Adressen, die an bestimmte Schnittstellen ubergeben werden, die Markierung immer entfernt werden: o brk(2), mmap(2), shmat(2), shmdt(2) und das Argument neue_Adresse von mremap(2). (Vor Linux 5.6 akzeptierten diese markierte Adressen, aber das Verhalten konnte anders als erwartet sein. Verlassen Sie sich nicht darauf.) o >>Polymorphe<< Schnittstellen, die Zeiger auf beliebige, auf void * oder andere generische Typen umgewandelte Typen akzeptieren, insbesondere prctl(), ioctl(2) und im allgemeinen setsockopt(2) (nur bestimmte setsockopt(2)-Optionen erlauben markierte Adressen). Die Liste der Ausschlusse kann kleiner werden, wenn von einer Kernelversion zu einer neueren Kernelversion gewechselt wird. Zur Ruckwartskompatibilitat kann der Kernel einige Garantien ubernehmen, aber zum Zweck von neuer Software ist die Auswirkung der Ubergabe von markierten Adressen an diese Schnittstellen nicht spezifiziert. Der durch diesen Aufruf gesetzte Modus wird uber fork(2) und clone(2) vererbt. Der Modus wird durch execve(2) auf 0 zuruckgesetzt (d.h. markierte Adressen sind in der Benutzer-/Kernel-ABI nicht erlaubt). RUCKGABEWERT Bei Erfolg wird 0 zuruckgegeben. Bei einem Fehler wird -1 zuruckgegeben und errno gesetzt, um den Fehler anzuzeigen. FEHLER EINVAL Modus ist ungultig oder wird nicht unterstutzt. EINVAL Diese Funktionalitat ist uber /proc/sys/abi/tagged_addr_disabled deaktiviert. DATEIEN /proc/sys/abi/tagged_addr_disabled STANDARDS Linux. Nur Arm64. GESCHICHTE Linux 5.4 (Arm64). WARNUNGEN Dieser Aufruf ist primar zur Verwendung durch die Laufzeitumgebung gedacht. Wird andernorts PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL erfolgreich aufgerufen, kann dies den aufrufenden Prozess zum Absturz bringen. Die Bedingungen, um ihn sicher zu verwenden, sind komplex und systemabhangig. Verwenden Sie ihn nur, wenn Sie genau wissen, was Sie machen. SIEHE AUCH prctl(2), PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL(2const) Weitere Informationen finden Sie in der Kernelquelldatei Documentation/arm64/tagged-address-abi.rst. UBERSETZUNG Die deutsche Ubersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann erstellt. Diese Ubersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezuglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG ubernommen. Wenn Sie Fehler in der Ubersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Mailingliste der Ubersetzer: . Linux man-pages 6.17 8. Februar 2026 PR_SET_TAGGED_ADDR_CTRL(2const)